Teil 1 aus meinem ADHS Tagebuch: Diagnose ADHS? Mit 38 Jahren endlich Gewissheit: Ich bin ein Zebra! Gefühle und Gedanken von Elisabeth Steger (shesmile).

Diagnose ADHS? Mit 38 Jahren endlich Gewissheit: Ich bin ein Zebra!

Teil 1 aus meinem ADHS Tagebuch

  • Ein Beitrag aus der Kategorie ADHS Tagebuch.
  • Veröffentlicht von Elisabeth Steger am 19. Mai 2025.

Worum geht es in diesem Tagebuch? Was ist ADHS überhaupt? Wie äußert sich diese Andersartigkeit bei mir ganz persönlich und auf welche 5 Dinge sollte man den Fokus setzen, um mit ADHS ein glückliches Leben zu führen?

Worum geht es in meinem ADHS Tagebuch?

In diesem und den nächsten Einträgen hier in meinem ADHS Tagebuch geht es um - Überraschung - meine ADHS Diagnose, die ich zu Weihnachten 2024 im Erwachsenenalter (mit 38 Jahren) erhalten habe. Es geht um die Erleichterung, endlich zu wissen warum ich mich (als Kind aber auch als Erwachsener) so oft fehl am Platz gefühlt habe, und die besonderen Fähigkeiten, die diese Andersartigkeit mit sich bringen kann.

Außerdem möchte ich dir erzählen, wie man es schafft, ADHS als Superpower und nicht als Krankheit (denn das ist es nicht) zu sehen.

Du bist herzlich eingeladen mitzulesen, deine Gedanken über das Feedback Formular mit mir zu teilen und (wenn du selbst betroffen bist oder dich in meiner Geschichte wiedererkennst) dich nicht mehr so schlecht zu fühlen.

Fakt: Du bist nicht allein. Wir sind viele! Knapp 4 Millionen Erwachsene mit ADHS leben aktuell in Deutschland.

Ich weiss, ADHS wird oft belächelt und als Modeerscheinung abgetan. Betroffene haben aber oft einen langen Leidensweg hinter sich, gerade wenn die Diagnose erst im Erwachsenenalter gestellt wird.

Ich bin nicht jeder

Eine erste Sache, die ich gleich zu Beginn deutlich klarstellen möchte: Ich schreibe in diesem Tagebuch über mich und meine Geschichte. AD(H)S ist allerdings so vielseitig, dass einige meiner Macken sicher nicht für jeden gelten. Macken anderer Personen wiederrum nicht auf mich zutreffen.

Die Schwere der typischen Symptome nimmt auch jeder Mensch anders wahr. Probleme die mich persönlich sehr belasten, können für jemand anderen gar kein Problem darstellen. Meine größten Hürden sind für anderer Betroffene vielleicht ein Klacks.

Und da sind wir schon bei der Kernaussage aller Einträge hier in meinem ADHS Tagebuch: Jeder Mensch hat Ecken und Kanten, ist damit etwas Besonderes und anders als der Nächste. Die große Kunst ist es doch, dass wir uns selbst und unsere Macken (auch wenn die Bezeichnung dafür ADHS ist) lieben um auch unseren Mitmenschen Liebe geben können. Nur wer sich selbst liebt, kann Liebe geben. Hass führt immer zu noch mehr Hass. 

Oder anders gesagt: Was du nicht willst, was man dir tut, das tu auch keinem andern tun! 😂

An dieser Stelle möchte ich auch gleich noch darauf hinweisen, dass es in meinen Blogbeiträgen sicherlich jede Menge Rechtschreibfehler geben wird. Denn ich sehe sie einfach nicht. Auch hab ich keine Ahnung wo ein Komma üblicherweise hinkommt. Aber ich gebe mir Mühe (und das schon immer) es bestmöglich zu machen. Danke. 🙌

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ADHS - was ist das überhaupt?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) ist eine komplexe neurobiologische Entwicklungsstörung, die sich individuell unterschiedlich ausprägt. Sie bringt krasse Herausforderungen aber auch großes Potenzial mit sich.

5 typische Nachteile von ADHS

  1. Unaufmerksamkeit & erhöhte Ablenkbarkeit: Schwierigkeiten, sich auf eine Sache zu konzentrieren, insbesondere bei Routineaufgaben oder wenig interessanten Tätigkeiten. Flüchtigkeitsfehler oder Vergesslichkeit treten häufig auf. Leichte Ablenkung durch äußere Reize erschwert längere Fokussierung.
  2. Impulsivität: Schnell Entscheidungen treffen, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Schwierigkeiten, Emotionen und Handlungen zu kontrollieren.
  3. Hyperaktivität: Ständige innere oder äußere Unruhe kann zu Überforderung oder Konflikten führen. Probleme, stillzusitzen oder sich zu entspannen.
  4. Probleme mit der Organisation: Schwierigkeiten, Aufgaben zu planen, Prioritäten zu setzen oder Termine einzuhalten. Chaos im Alltag oder am Arbeitsplatz.
  5. Emotionale Instabilität und Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen: Schnelle Stimmungsschwankungen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik. Gefühle von Frustration oder Überforderung treten oft auf. Impulsivität oder Ablenkbarkeit können Missverständnisse und Konflikte fördern. Manche Menschen erleben Einsamkeit oder fühlen sich unverstanden.

5 typische Vorteile von ADHS

  1. Kreativität und Einfallsreichtum: Menschen mit ADHS haben oft eine ausgeprägte Fantasie und können kreative, originelle Lösungen finden. Sie denken “out of the box” und können neue Perspektiven aufzeigen.
  2. Hohe Energie: Sie verfügen oft über ein großes Energiepotenzial, das bei richtiger Kanalisierung sehr produktiv sein kann.
  3. Hyperfokus: In Bereichen, die sie besonders interessieren, können sie sich extrem gut konzentrieren und Höchstleistungen erbringen.
  4. Spontanität, Abenteuerlust und Flexibilität: Menschen mit ADHS sind oft spontan, offen für Neues und abenteuerlustig, was sie zu interessanten Gesprächspartnern oder mutigen Entscheidern macht. Sie können sich schnell an neue Situationen anpassen und improvisieren, was in dynamischen Umfeldern ein Vorteil ist.
  5. Empathie und Sensibilität: Viele Menschen mit ADHS sind sehr feinfühlig und können sich gut in andere hineinversetzen.

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ich ich ich ... wie äußert sich ADHS bei mir persönlich?

Hallo, ich bin Lisse, die Gründerin von shesmile und Bloggerin dieser kreativen Website. Ich möchte mich gerne mitteilen. Ich kann nicht aufhören zu reden. Ich quatsche gern dazwischen und ich erkläre und erzähle oft und gerne stundenlang - auch wenn mein Gesprächspartner schon gar nicht mehr zuhört.

Ich habe akuten Tatendrang und überfordere damit meine Mitmenschen - manchmal auch mich selbst.

Mich stressen Routine-Aufgaben. Neue Projekte begeistern mich jedoch so sehr, dass ich mich oft stunden- und nächtelang im Hyperfokus verliere.

Ich bin kindisch und lache laut über Flachwitze. Ich tanze gerne (auf dem Laufband, der Straße oder durch die Wohnung) und singe gerne - lautstark - am liebsten emotionale Disneylieder.

Ich bin hypersensibel und habe ein GefühlsOverload - immer!

Ich versuche eine gute Mama zu sein, doch ich komme gefühlstechnisch und auch als (schlechtes?) Vorbild oft an meine Grenzen. Ich versuche auch eine gute Freundin, Ehefrau, Schwester oder Tochter zu sein. Scheitere aber oft an extremen Selbstzweifeln und einem miserablen Selbstwertgefühl.

An manchen Tagen bin ich supergut gelaunt, hyperaktiv und total überdreht. Im nächsten Moment bin ich der traurigste Mensch der Welt. Ich weine schnell und viel.

Meine Gedanken fahren rund um die Uhr Achterbahn und kennen keine Bremse. Ich zerdenke jedes gesprochene Wort und hinterfrage jeden Gedanken. Trotzdem reagiere ich oft sehr unüberlegt und spontan, dass es mir im nächsten Moment oft leid tut. Weil man seine Mitmenschen damit begeistern, aber auch schnell verletzen kann.

Meine 2Do-, Notizen- und Kalender-App sind mein Gehirn. Ohne wüsste ich nicht was am nächsten Tag oder noch am gleichen Abend passiert oder zu tun ist.

Ich drehe mich oft im Kreis (wortwörtlich) weil das Hirn 10 Dinge gleichzeitig machen möchte und der Körper nicht weiss, wohin er zuerst laufen soll.

Ich arbeite meist ohne oder zu instrumentaler Musik, weil mich Lieder mit Text zu sehr aus der Konzentration bringen. Ich schreibe die besten Blogbeiträge und ganze Romane auf dem Laufband (so wie diesen Beitrag hier) weil mein Kopf dann am klarsten ist, wenn der Körper beschäftigt ist.

Ich trage mein Herz auf der Zunge und reagiere ganz impulsiv, so wie es mir mein Bauchgefühl sagt.

Ich hasse oberflächlichen Smalltalk und liebe tiefgehende Gespräche - stundenlang!

Shoutout an Matze Hielscher und Philip Siefer aus dem Hotel Matze Check In.

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Extra großes Dankeschön an drei Knallerfrauen mit ADHS

Danke Sarah Kuttner

Für deine sympatisch-unsympatische Art mich auf das Thema überhaupt aufmerksam zu machen. Du machst das besser als du denkst!

Deinen inspirierenden YouTube-Kanal teile ich hier sehr gerne: www.youtube.com/@sarah.kuttner ➚

Danke Judith Holofernes 

Ich kenne dich schon so viele Jahre als Frontfrau von „Wir sind Helden“ und hab dich und deine Musik bei "Sing meinen Song" nochmal ganz neu wiederentdeckt. Ich habe alle deine Salon Holofernes Podcast-Folgen ➚ aufgesaugt und jeden Satz von dir so sehr nachvollziehen können. Du bist mein grosses Müsiggang-Vorbild. Durch dich hat das Wort Müßiggang eine völlig neue Bedeutung für mich bekommen. Und ich liebe es so sehr!

Danke auch für dein Buch "Die Träume anderer Leute" ➚ in dem du so offene und ehrliche Einblicke in dein Leben mit ADHS gibst, obwohl du zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wusstest, dass du es hast. Danke Judith, für alles! 

Unbezahlte Werbung aus Überzeugung ... und weil ich den Aufruf dazu im @Hotel Matze Podcast ➚ gehört habe.

Danke Sabine von ADHS.Ja.Krass.

Nachdem ich also die Vermutung hatte, dass meine Macken zu 100% zum Thema ADHS passen, wollte ich mich umfangreich zu diesem Thema informieren. Ich liebe Podcasts, also hab ich nach Podcasts zum Thema ADHS gesucht und in die 1. Folge des Podcasts "ADHS.Ja.Krass." ➚ einfach mal reingehört. Es war ein sehr emotionale Moment für mich. Ich habe so viel geweint und mich endlich gesehen und verstanden gefühlt.

Die folgenden Worte haben es mir besonders angetan, denn mir geht es ganz genau so.

Sabine, ich hoffe es ist ok, dass ich sie aus dem Transkript deines Podcasts kopiert habe:

Für mein Empfinden gibt es einen gewaltigen Rückstand in der Diagnostik aufzuholen ... gerade bei Menschen, die schon ein paar Jahrzehnte ihres Lebens hinter sich haben, bevor sie überhaupt auf den Trichter kommen, betroffen zu sein ... vielleicht kennst du das auch, dass du gefragt wirst ... warum du jetzt unbedingt eine Diagnose brauchst ... ich habe auf Instagram was gefunden, was mich zutiefst berührt hat und was diese Frage sehr schön beantwortet:

"Weshalb benötigst du ein Label? Weil es das Leben einfacher macht, zu wissen, dass man ein ganz normales Zebra ist und kein komisches Pferd. Weil du nicht weißt, dass du Gemeinschaft mit anderen Zebras haben kannst, wenn du keine Ahnung davon hast, wo du hingehören könntest. Und weil es für ein Zebra unmöglich ist, ein gesundes und glückliches Leben zu führen, wenn es sich wie ein gescheiteres Pferd fühlt."

Genau das ist es. Mein Leben hat sich bis hierhin so unfassbar anstrengend angefühlt. Ich glaube, dass es kaum jemand mitbekommen hat, wie sehr ich gekämpft habe, ein Pferd zu imitieren. Seit ich die Diagnose habe, bin ich ADHSiger als jemals zuvor, weil ich diese Masken fallen lassen kann, immer mehr. Und mich nicht mehr für mich schäme.

Aus ADHS.ja.krass - Dein Podcast für ADHS-Spätdiagnostizierte und ADHS im Erwachsenenalter.

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Ein Zebra in einer Welt voller Pferde

Rückwirkend betrachtet muss ich über viele meiner Entscheidungen in den letzten Jahren laut lachen. Nach der Diagnose und seitdem ich mich mit ADHS näher auseinandergesetzt habe fällt es mir wie Schuppen von den Augen und ich bin überascht, warum ich es nicht schon viel früher erkannt habe: Ich bin ein Zebra. 

Doch was hat es mit diesem Vergleich auf sich?

Der Vergleich von ADHS-Betroffenen mit Zebras stammt ursprünglich aus der Medizin, wo der Begriff "Zebra" verwendet wird, um seltene oder ungewöhnliche Diagnosen zu beschreiben. Dieser Ausdruck geht auf das medizinische Sprichwort "Wenn du Hufgetrappel hörst, denke an Pferde, nicht an Zebras" zurück, was bedeutet, dass Ärzte bei Symptomen zuerst an die häufigsten Ursachen denken sollten. Im Kontext von ADHS und anderen neurodiversen Bedingungen wird das Zebra-Symbol jedoch genutzt, um die Einzigartigkeit und Besonderheit der Betroffenen hervorzuheben. So hat beispielsweise der ADHS Deutschland e.V. in seiner Aufklärungskampagne 2017 das Zebra als Symbol verwendet, um darauf aufmerksam zu machen, dass Menschen mit ADHS "anders, doch höchst sympathisch" sind. adhs-deutschland.de

Diese Symbolik wird auch in anderen Zusammenhängen genutzt, beispielsweise in dem Vortrag "Ein Zebra unter Pferden – Was ist schon normal?", der darauf hinweist, dass in Deutschland schätzungsweise über vier Millionen Menschen mit ADHS leben. fabi-ibbenbueren.de

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Zebra als Metapher im ADHS-Kontext verwendet wird, um die Besonderheiten und Einzigartigkeit der Betroffenen zu betonen und darauf hinzuweisen, dass sie sich in einer für "Pferde" (also neurotypische Menschen) optimierten Welt oft anders fühlen.

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Ein Fazit zum Schluss

Meine bisherige Erkenntnis ist, dass es am allerwichtigsten ist die positiven Dinge dieser Andersartigkeit zu nutzen, statt unter den negativen Symptomen zu leiden.

5 Dinge, auf die du den Fokus setzen solltest

  1. ADHS ist nicht tödlich.
  2. Die Kreativität ist deine Superpower, nutze sie.
  3. Lerne NEIN zu sagen und setze dich bei deinen Aufgaben nicht unter Druck: Wenn du es heute nicht schaffst, schaffst du es vielleicht morgen.
  4. Durchatmen nicht vergessen: Nicht alles Bedarf (sofort) einer Reaktion.
  5. Du bist genug. Du machst genug. Du kannst genug.

Die Auswirkungen von ADHS hängen so stark davon ab, wie gut du deine Stärken nutzen und mit den Herausforderungen umgehen kannst. Unterstützung durch Gesprächstherapie, Coaching oder Medikamente kann dir helfen, die Nachteile zu minimieren und die Vorteile auszubauen.

Erzähle mir gerne deine Geschichte oder deine Sicht der Dinge in meinem Feedback-Formular. Gerne stelle ich sie am Ende dieses Beitrags online, wenn du das möchtest.

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Diagnose ADHS? Mit 38 Jahren endlich Gewissheit: Ich bin ein Zebra!

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Gedanken aus dem Feedback-Formular

Meine ADHS-Schuppen sind mir erst mit Anfangs 60 von den Augen gefallen. Es gab immer mehr Aha-Erlebnisse und seit Ich weiss, dass ich ein Zebra unter Pferden bin geht’s mir viel besser. Ich lebe glücklich mit dem Anderssein. Nur unter einem Problem leide ich täglich… mein chaotischer Haushalt, den ich einfach nicht in den Griff bekomme :-( Übrigens liebe Lisse, ADHS ist keine Krankheit! Ich habe da eine sehr gute Beschreibung dazu: ADHS = neurologische Stoffwechselstörung, die genetisch bedingt ist. Das Gehirn leidet dabei unter ständiger Reizüberflutung, die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin sind im Ungleichgewicht. Also keine Krankheit nur normal Anders.
Meine ADHS-Schuppen sind mir erst mit Anfangs 60 von den Augen gefallen. Es gab immer mehr Aha-Erlebnisse und seit Ich weiss, dass ich ein Zebra unter Pferden bin geht’s mir viel besser. Ich lebe glücklich mit dem Anderssein. Nur unter einem Problem leide ich täglich… mein chaotischer Haushalt, den ich einfach nicht in den Griff bekomme :-( Übrigens liebe Lisse, ADHS ist keine Krankheit! Ich habe da eine sehr gute Beschreibung dazu: ADHS = neurologische Stoffwechselstörung, die genetisch bedingt ist. Das Gehirn leidet dabei unter ständiger Reizüberflutung, die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin sind im Ungleichgewicht. Also keine Krankheit nur normal Anders.
Liebe Grüsse vom Zebra Ruth
Willkommen im Club. Ich bin über 60 und bei mir wurde ADHS vor zwei Jahren (!) diagnostiziert. Mir gefällt deine Beschreibung des Zebra sehr gut. Genau deshalb bin ich zusammengebrochen. Weil ich 60 Jahre lang mit aller Kraft und Energie versucht habe ein Pferd zu sein. Die Diagnose war so eine große Erleichterung, zu erkennen, dass ich nicht dumm, unfähig, unorganisiert, vergesslich usw. bin. Vielen Dank, dass du es öffentlich machst. Gerade Frauen haben oft unentdeckt ADHS. Weil viele von uns sich eher "anpassen", beobachten, im Hintergrund bleiben ... und daher nicht auffallen. Aber wir kämpfen jeden Tag um und mit dieser "Normalität". Ich habe für alle, auch die, die nur am Rande mit ADHS zu tun haben, noch ein schönes Beispiel: Es ist, als lebe man in einer Spielhalle. Ich soll lediglich von einem Ende zum anderen Ende gehen und dabei ein paar Aufgaben erledigen, die im Raum verteilt sind. Neben dem Geballere von rechts und links, neben blinkenden Lichtern überall, neben unentwegtem Gedudel. Jeder Tag gestaltet sich so. Das kostet unendlich viel Kraft und bei manchen Aufgaben scheitert man.
Christiane
Ich bin auch ein ziemlich buntes ziemlich kreatives Zebra... 😃 Und das habe ich mit 46 entdeckt, erst vor ein paar Monaten. Warum ich jetzt aber meinem Impuls folge dir zu schreiben, ist - du nennst es Krankheit. Und gleichzeitig schreibst du von Superkräften die adhs mit sich bringen kann. Ich sehe es nicht als Krankheit sondern als eine Andersartigkeit, anderes Aufbau vom Gehirn. Es gibt Vermutungen dass zumindest die Hälfte aller Menschen neurodivergent sind. Das macht doch auch viel Sinn, oder? Anders gefragt - warum wird ein Mensch, welcher nicht in die Norm passt (von wem auch immer als Norm definiert, aber wohl eher von einem neurotypisch angelegtem Verstand...) als krank bezeichnet? Man könnte es auch umdrehen, wo alles was gleichmäßig, identisch als pathologisch gesehen wird. Zumindest benachteiligt. Vielfalt in der Natur hat ein eindeutiges Vorteil, so viel weiß der Mensch. Und wenn man die Geschichte erforscht, entdeckt man dass diese "Gleichmachung" ziemlich neu ist, wo jeder sich in irgendeine Rolle zwingen muss, und kaum oder keinen Platz in der Gesellschaft findet wenn man anders ist und nicht wie alle funktioniert... Ich freue mich sehr über deine Beiträge zum Thema, und dass du es öffentlich beleuchtest - es gibt so wenig Verständnis und Bewusstheit dafür. Auch ich selber erst vor kurzem hielt ADHS für eine erfundene Diagnose um die unbequemen (lebendigen) Kinder in der Schule abzustempeln und unter stillschaltende Medikation zu setzen... Schon krass 😆
Ira
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ADHS Tagebuch

Mit 38 Jahren habe ich endlich Gewissheit erhalten: Ich bin ein Zebra. Ein Zebra in einer Welt voller Pferde.

In diesem ADHS Tagebuch möchte ich meine ganz persönliche Geschichte erzählen: Von der Diagnose im Dezember 2024, über den Umgang mit der Rastlosigkeit, der Essstörung, den Stimmungsschwankungen, den Depressionen und Schlafstörungen bis hin zu den Superkräften, die ADHS mit sich bringen kann. 

Offen und ehrlich möchte ich erzählen was mich bewegt, was mir hilft oder eben nicht. Vor allem aber möchte ich darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist diesen emotionalen Overflow ernst zu nehmen. ADHS wird oft belächelt und als Modeerscheinung abgetan. Betroffene haben aber oft einen langen Leidensweg hinter sich, gerade wenn die Diagnose erst im Erwachsenenalter gestellt wird.

Im Menü unter "About" findest du alle Beiträge in meinem ADHS Tagebuch. Worüber ich schreibe? Die Themenliste ist lang. Was ich davon schaffe umzusetzen? Wir werden sehen. 🤣

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Früher hatte ich Angst meine verrückte und bunte Seite als ADHS Zebra zu zeigen. Heute bin ich stolz darauf so zu sein, wie ich eben bin. Mit all meinen Macken, Ecken und Kanten. Denn wer ist schon normal?

Passend zur Blogserie hab ich eine kleine Motivreihe entworfen. z.B. ein Zebra mit Gedankenfeuerwerk oder 3 Statement-Sprüche "Stille ist anders", "Gedankenfeuerwerk" und "Special Edition".

In meinem Spreadshirt-Shop kannst du dir die Motive auf T-Shirts, Tassen oder Kissen drucken lassen und mich so bei meiner Arbeit als Bloggerin unterstützen.

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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).

Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.

Lass dich von meinen Ideen begeistern und inspirieren. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Wenn nicht in diesem Leben, wann dann?

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