Mein Neurologen-Termin, wie er zur Diagnose ADHS kam, mein Test mit Medikinet und warum ich mich am Ende gegen die Einnahme von Medikamenten entschieden habe.

Mein Termin beim Neurologen - Was hilft bei ADHS?

Aller Anfang ist schwer.

  • Ein Beitrag aus der Kategorie ADHS Tagebuch.
  • Veröffentlicht von Elisabeth Steger am 02. August 2025.

Ein Beitrag über meinen langen Weg bis zum Neurologen-Termin, wie er zur Diagnose ADHS kam, meinem Test mit dem Medikament Medikinet und warum ich mich am Ende gegen eine Einnahme von Medikamenten entschieden habe.

DANKE von Herzen

Für so viel Zuspruch, Liebe und Rückfragen zu meinem ersten ADHS Beitrag. Ich bin so dankbar für das Verständnis, dass mir seitdem entgegen gebracht wird. Was mich auch freut: Wie viele von euch sich mir öffnen und mir schreiben, dass es ihnen oder ihren Kindern genau so geht und sie sich mit meinem Beitrag gesehen fühlen. Danke.

Es ist so wichtig, offen über diese Andersartigkeit (keine Krankheit! ☝️) zu sprechen, denn nur so fühlen wir uns weniger allein und haben zumindest sie Chance darauf, ein "normales" Leben zu führen, in dem wir ein verrücktes Zebra sein können, ohne das Gefühl zu haben uns verstecken zu müssen.

Nun aber zu den häufigsten Fragen in den letzten Wochen:

  • Wie war das mit deiner Diagnose?
  • Wie bist du darauf gekommen?
  • Warst du bei einem Arzt?
  • Nimmst du Medikamente?

Darum soll es hier in meinem zweiten ADHS-Tagebuch-Eintrag um den Termin beim Neurologen gehen.

1. Das komische Gefühl 

Angefangen hat alles mit einem anhaltenden komischen Gefühl. Mir ist es schon seit einiger Zeit immer schwerer gefallen mit zu konzentrieren und fokusiert zu bleiben. Über verschiedene Podcast und Posts bei Instagram bin ich darauf aufmerksam geworden, dass es vielleicht ADHS sein könnte.

Danach hab ich mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt (Hyperfokus-Alarm!) und festgestellt, dass ziemlich viele Anzeichen dafür sprechen. In meinem ersten Beitrag hab ich schon einges aufgezählt ... dennoch möchte ich hier noch einmal auflisten, welche Macken mir VOR der Diagnose besonders auffällig erschienen sind.

Meine ADHS Macken

  • Ich hab ständige Unruhe und das Gefühl, etwas tun zu müssen.
  • Ich halte es schwer aus, einfach nichts zu machen.
  • Ich bin sehr kreativ, muss ständig neue Projekte starten ... und das nicht nacheinander, sondern alles auf einmal.
  • Grundsätzlich bin ich sehr begeisterungsfähig ... für alles!
  • Ich hab den Drang im Haus ständig alles umzustellen.
  • Ich hab für alles ToDo-Listen um nichts zu vergessen.
  • Ich bin super leicht ablenkbar.
  • Ich hab Probleme mit Zahlen. Höre ich mehr als 2 Zahlen, schaltet mein Hirn ab. Vorallem wenn es um Steuern, Buchhaltung oder unsere Familienfinanzen geht.
  • Ich kann mich schwer zu Aufgaben motivieren, die Denkzeit benötigen.
  • Ich arbeite oft nachts, weil ich da keine Störgeräusche habe und "wie im Tunnel" sehr effektiv und konzentriert arbeiten kann. Da verstreichen auch schon mal mehrere Stunden.
  • Ich habe starke Stimmungsschwankungen. Von völlig überdreht und gut gelaunt bis von Selbstzweifeln zerfressen und weinend in wenigen Minuten.
  • Ich bin hypersensibel und weine sehr schnell und sehr viel. Ich bin emotional schnell überfordert und zerdenke alles zu sehr.
  • Zwischenmenschliches fällt mir dadurch oft sehr schwer, weil es mich emotional total überfordert.
  • Ich hab 0 Allgemeinwissen und mag keinen Smalltalk. Ich hab einfach immer Angst, dass mein Gegenüber bemerkt, dass ich eigentlich total dumm bin.
  • Außerdem rede ich ständig dazwischen. Mein Mann sagt oft: "Lass mich doch einfach mal ausreden."
  • Ich liege nachts auch oft stundenlang wach, weil sich meine Gedanken nicht beruhigen.
  • Koffein vertrage ich gar nicht, weil mich das so extrem überdreht, dass meine Eltern es mir als Kind schon verboten haben, Spezi oder Cola zu trinken.

Außerdem kommen noch einige Auffälligkeiten aus der Familie hinzu die ich hier aber weglassen möchte. Weil ich nicht für andere sprechen kann, sondern nur für mich. Danke für das Verständnis.

Eigentlich war es damit ziemlich offensichtlich ...

Der Termin beim Hausarzt

In meinem Umfeld wurde ich für meine Gedanken eher belächelt und nicht wirklich ernst genommen.

  • "ADHS ist doch nur eine Modeerscheinung."
  • "Das redest du dir nur ein."
  • "... aber du schaffst doch alles?"

Solche Sätze sind verletzend, weil sie das eigene Empfinden abwerten. Sie machen die Diagnose zu einer Ausrede, die Symptome zur Einbildung und spielen die Anstrengung runter, die man als Mensch mit ADHS täglich aufbringen muss, um "normal" zu wirken bzw. überhaupt den Alltag zu meistern.

"Hab dich nicht so, ist doch gar nicht so schlimm ..." das trifft am tiefsten.

Sätze wie diese haben mich arg zweifeln lassen und es war eine große Überwindung für mich es bei meinem Hausarzt laut auszusprechen: 

"Ich glaube ich habe ADHS."

Ich hatte solche Angst ausgelacht zu werden. Doch er blieb ganz gelassen und schrieb mir eine Überweisung zum Neurologen.

Dann hab ich den Versuch gestartet einen Termin beim Neurologen zu bekommen. 😂

Doch es gab einfach keine Praxis die mir einen Termin geben wollte, geschweigedenn einen ADHS-Test durchführt. Und dann saß ich da, mit meiner Überweisung, jedoch ohne Chance auf einen Termin oder Test.

Etwa zur gleichen Zeit hab ich mich ausgiebig (!) mit meiner Freundin und Kollegin Lissi von Konfetti Patterns unterhalten. Bei ihr wurde kurz vorher ADS diagnostiziert. Wir kamen zu dem Fazit, dass die Diagnose ja im Grunde nichts ändern würde und ich mich akzeptieren soll wie ich eben bin, ob mit oder ohne Diagnose. Klang gut ... hat sich auch gut angefühlt. Und so hab ich erstmal weiter nichts unternommen.

Der Termin beim Frauenarzt

Der Brustkrebs-Nachsorge-Termin bei meiner Frauenärztin stand an ... und wie aus dem Nichts kam mir in den Sinn, dass die Exemestan Tabletten die Konzentrationsprobleme ja auch verursachen oder gar verschlimmern könnten.

Weil mich meine wundervolle Frauenärztin Frau Dr. Hartmann (Danke an dieser Stelle) bei jeder Nachsorge auch fragt, wie es mir mental so geht, hab ich ihr von den Konzentrationsproblemen, den ADHS Gedanken und den Ängsten gegenüber den Hormontabletten erzählt.

Sie bestätigte meine Vermutung und hat mich gebeten es unbedingt von einem Neurologen abklären zu lassen. Auch, um Schädigungen im Gehirn auszuschließen.

Somit stand ich wieder am Anfang. Ich brauchte dringend einen Termin beim Neurologen.

Wer selbst ADHS hat, der weiss, was Arzttermine für eine große Hürde sein können. Überhaupt beim Arzt anzurufen kann eine große Belastung sein die man Tage vorher im Kopf durchspielt, dann vergisst, dann wieder daran denkt und dann wieder Panik bekommt ...

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Das Warten hat ein Ende

Monate später war es dann soweit. Bei einem Neurologen im Nachbarort ist spontan ein Termin frei geworden und ich hab ihn bekommen: Am 12. Dezember 2024 um 9 Uhr. Eiiiigentlich war an diesem Tag mein Türchen bei der große Ebookmacher-Adventskalender-Aktion und ich hätte Support am Shop leisten müssten, doch das war jetzt egal. Ich war so so dankbar diesen Termin und damit diese Chance bekommen zu haben. Ich hab die Rabattaktion so gut es ging vorbereitet und mich voll auf den Termin konzentriert.

Dinge, die ich mitbringen sollte: 

  • Meine Überweisung, ha! Die war natürlich abgelaufen, ich hab mir also eine neue geholt. Diesmal beim Frauenarzt.
  • Meine Schulzeugnisse

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Meine Schulzeugnisse?

Ja, richtig gelesen ... Ok, Ordner aus dem Regal gezogen und mal reingelesen. Mir kamen die Tränen. Ich blätterte in meinen Schulzeugnissen und konnte meinen Augen nicht trauen:

Da steht es doch, schwarz auf weiss. Von der 1. bis zur 6. Klasse. In (fast) jeder Beurteilung:

  • Bleibt aber nicht immer bei der Sache und beschäftigt sich anderweitig
  • Sie sollte sich noch besser konzentrieren und genauer arbeiten.
  • Elisabeth war eine sehr lebhafte und mitteilungsfreudige Schülerin.
  • Schriftliche Arbeiten könnte sie noch etwas überlegter und nicht zu schnell gestalten.
  • Elisabeth zeichnete und gestaltete gerne und andauernd.
  • Elisabeth benahm sich ... zeitweise aber auch unruhig. 
  • Elisabeth arbeitete zwar willig mit, zeigte sich aber leicht ablenkbar und unruhig.
  • Elisabeth folgte dem Unterricht mit wechselndem Interesse. Sie arbeitete zwar mit, zeigte sich aber leicht ablenkbar und unruig

Später wird der Neurologe sagen, dass die Zeugnisse allein nicht eindeutig sind. Aber sie spielten in die Diagnose mit rein.

Vorbereitungen für den Neurologentermin

Weil mich die vielen Notizen zu den vielen verschiedenen Themen total überfordert haben, hab ich Chat GPT gefragt, ob es nicht all meine Punkte in eine sinnvolle Übersicht bringen kann. So, dass ich dem Arzt kurz und knapp sagen kann was mir an mir alles aufgefallen ist.

Doch das hätte ich mir sparen können. Der Neurologe hatte natürlich selbst einen Fragebogen. Außerdem wollte er, dass ich es (erstmal) aus dem Kopf erzähle und nicht ablese.

Wenn der wüsste wie schwer ich mich tue Dinge frei zu erzählen ... naaaja ... vermutlich weiss er es ...

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Der Termin beim Neurologen

Zum Neurologen zu gehen fühlte sich komisch an. Im Wartezimmer sitzen traurige Menschen, unruhige Menschen und Menschen, denen man es nicht ansieht was sie haben und wie schlimm es ist. Ich war einer von ihnen.

Der Konzentrationstest

Zuerst wurde ich zu einem ADHS Test ins Zimmer gebeten. Ich sollte einige Fragen beantworten und Wörter nach bestimmten Bedingungen umkreisen oder durchstreichen ... zuerst schwarz-auf-weiss ... ROT SCHWARZ GELB BLAU ... danach farbige Wörter. Wobei die Farbe nicht immer zum Wort passte ... ROT SCHWARZ GELB BLAU ... 

Es ist ein gängiges Verfahren, das in der Diagnostik von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verwendet wird. Bei diesem Test werden den Testpersonen Wörter oder Buchstaben vorgegeben, die sie innerhalb einer bestimmten Zeitspanne umkreisen sollen. Die Leistung wird dann anhand der Anzahl der richtig umkreisten Wörter/Buchstaben, der Anzahl der übersehenen Wörter/Buchstaben und der Anzahl der falsch umkreisten Wörter/Buchstaben bewertet.

Das EEG

Im Anschluss wurde noch ein EEG gemacht. Ich kannte die Vorgehensweise schon von meiner Tochter. Sie hatte als Kind mit Fieberkrämpfen zu kämpen und musste das Prozedere schon mehrfach über sich ergehen lassen. Im Grunde ist es aber nichts schlimmes oder schmerzhaftes. Der Kopf wird mit einem lustigen Helm versehen, dessen Fühler auf dem Kopf mit einer Paste in Kontakt stehen. Dabei sitzt man ganz ruhig auf einem bequemen Stuhl und lauscht einem Hörbuch. "Augen auf" ... "Augen zu" ... sagt die Stimme ab und zu. Das wars schon.

Später wird sich herausstellen, dass das EEG unauffällig ist. Was bin ich erleichtert!

Das Gespräch mit dem Neurologen

Das Gespräch mit dem Neurologen selbst war auch sehr angenehm. Ich hab geredet wie ein Wasserfall, geweint und gelacht. Er hörte mir aufmerksam zu und machte sich Notizen, Kringel und Striche in seinen Unterlagen.

Die Fragen aus dem Fragebogen konnte ich fast alle mit einem deutlichen JA beantworten. So oft, dass es mir schon fast unangenehm war, was für ein fürchterlicher Mensch ich bin.

  • Ja, ich kann nicht aufhören zu reden.
  • Ja, ich rede immer dazwischen.
  • Ja, ich schlafe schlecht ein.
  • Ja, ich reagiere impulsiv und bereue es manchmal danach.
  • Ja, ich bekomme Routineaufgaben (wie z.B. den Haushalt) nicht gebacken.
  • Ja, ich vergesse zu essen ODER stopfe alles in mich hinein.
  • Ja, ich lasse gerne Dinge liegen oder weiss nicht mehr wo ich sie hingelegt habe.
  • Ja, Ja ... Jaha!

Nur ein einziges Mal musste ich verneinen: Nein, ich kann sogar sehr gut Reisen oder Aufgaben organisieren und planen. Darin bin ich unschlagbar! Rückwirkend betrachtet meine ich fast, dass ich mir diese Superpower deswegen so perfekt angeeignet habe, weil ich sonst gar nichts gebacken bekommen würde.

Ohne ToDo-Liste und Kalenderplanung geht bei mir gar nichts. Wirklich! Selbst duschen steht alle 2 Tage im Kalender. Ich habe über die Jahre gewisse Routinen entwickelt die mir helfen meinen Alltag zu organisieren. Das ist wohl für die meisten Menschen mit AD(H)S die größte Hürde.

Für mich ist es ein Fest Dinge zu organisieren. Also NEIN, das kann ich gut!

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Probieren wir es mit dem Medikament Medikinet

Die Diagnose war gestellt. Nun ging es darum wie es weitergehen soll ...

Ich erzähle dem Neurologen von meinen Problemen mich unterm Tag konzentrieren zu können. Dass ich viel Nachts arbeite, weil es da mucksmäuschen still ist. Dass ich mir wünschen würde wieder unterm Tag arbeiten zu können, um Nachts zu schlafen.

Er hielt es für eine gute Idee das Medikament Medikinet auszuprobieren. Weil es akut und für einige Stunden hält, solle ich es an meinen Arbeitstagen unter der Woche nehmen und kann es am Wochenende und (wenn es sich eingespielt hat) auch im Urlaub weglassen.

Meine Medikation für 1 Monat:

MEDIKINET ADULT 5MG
5mg REK 52 Stück
»1-0-0«
ggf. nach 2 Tagen 2-0-0,
ggf. nach 2 Tagen: 2-1-0

Doch mit Einnahme der Medikamente, startete auch eine Zerreißprobe für meine Gedanken. Was-Wäre-Wenn-Spielchen kann ich als ADHS-Zebra nämlich besonders gut.

Kurt Krömer sagte mal in einem Interview, er hatte immer Angst, dass er ohne die Depression und den Alkohol nicht mehr kreativ sein kann, nicht mehr er selbst und nicht mehr lustig sein kann. Diese Angst hatte ich mit den Tabletten bzw. bei dem Gedanken daran "ohne ADHS zu sein" auch.

  • Was, wenn ich mit den Kapseln keine kreativen Ideen mehr habe?
  • Was, wenn es wirkt?
  • Was, wenn es nicht wirkt?
  • Wirkt es schon?
  • Ist mir schlecht von den Kapseln oder weil ich mich so reinsteiger?
  • Hab ich genug gegessen, dass sie auch wirklich wirken? Hab ich das Richtige gegessen?
  • Konnte ich mich heute gut konzentrieren, weil die Kapseln wirken oder weil es ein guter Tag war?
  • Warum weine ich am Wochenende so viel? Weil ich die Kapseln da nicht nehme und in ein Stimmungstief falle, oder weil ich mich (mal wieder) zu sehr reinsteiger?

Es war eine schwierige Zeit für mich. Es ging mir emotional extrem schlecht. Auch hatte ich eine schwere depressive Phase dadurch. Ich hatte zu viel Gedanken und konnte es nicht klar benennen ob mir Medikinet nun hilft oder nicht. Welcher Mensch ich mit oder ohne die Einnahme bin, aber auch welcher Mensch ich mit oder ohne ADHS bin bzw. wäre. Wem bin ich zu viel? Wer mag mich trotz oder weil ich so bin wie ich bin. Ich war in einer totalen Sinnkrise.

Natürlich recherchierte ich auch fleissig zu dem Thema ...

Sollte man bei ADHS Tabletten nehmen?

Vorteile von Medikamenten:
  • Verbesserung der Konzentration: Medikamente können helfen sich besser zu fokussieren und weniger ablenkbar zu sein.
  • Reduktion von Impulsivität: Sie können helfen, impulsives Verhalten und emotionale Ausbrüche zu kontrollieren.
  • Alltagsbewältigung: Viele berichten von besserer Organisation und weniger Stress im Alltag, was auch Beziehungen und Beruf zugutekommt.
  • Schneller Wirkungseintritt: Oft wirken die Medikamente schon innerhalb von Minuten bis Stunden.
Wann es sinnvoll sein kann:
  1. Wenn ADHS den Alltag, die Arbeit, die Schule oder Beziehungen stark beeinträchtigt.
  2. Wenn andere Ansätze (Therapie, Coaching, Lebensstiländerungen) nicht ausreichen.
  3. Wenn die Vorteile die möglichen Nebenwirkungen überwiegen.
Mögliche Nebenwirkungen von ADHS-Medikamenten
  • Appetitlosigkeit: Viele berichten von weniger Hunger, was besonders bei Kindern problematisch sein kann.
  • Schlafprobleme: Einschlafschwierigkeiten oder unruhiger Schlaf können auftreten.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall sind möglich.
  • Kopfschmerzen: Gelegentlich treten Spannungskopfschmerzen auf.
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden: Ein leichter Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck ist möglich. Menschen mit Vorerkrankungen sollten das überwachen lassen.
  • Reizbarkeit oder Nervosität: Manche Menschen fühlen sich nervöser oder emotional instabil bis hin zu depressiven Verstimmungen.
Langfristige Überlegungen

Medikamente können helfen, lösen aber nicht die zugrunde liegenden Ursachen von ADHS. Eine Kombination aus Medikamenten, Therapie und Veränderungen bzw. Strategien für den Alltag ist meist am effektivsten. Auch sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt wichtig, um Nebenwirkungen zu überwachen und die Dosierung anzupassen.

Mein Fazit

Ob jemand Medikamente gegen ADHS nehmen sollte, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Es ist eine persönliche Entscheidung, die idealerweise gemeinsam mit Fachleuten (z. B. Neurologen, Psychiatern oder ADHS-Spezialisten) getroffen wird. Medikamente können sehr hilfreich sein, aber sie sind nicht für jeden die richtige Lösung.

Ich für meinen Teil hab mich nach dem Monat mit Medikinet GEGEN eine Einnahme von Medikamenten entschieden.

Ich bin nach wie vor einfach so unendlich dankbar, dass ich jetzt weiss warum ich so bin wie ich bin, dass ich mit den Macken gut leben kann. Auch, wenn es nicht immer einfach ist und manchmal ein echter Kraftakt. Aber Tabletten kommen für mich nicht in Frage.

Bei meinem Kontrolltermin beim Neurologen haben wir das genau so besprochen. Er hätte mir gerne noch eine Selbsthilfegruppe empfohlen, die gibt es in unserer Region aber leider nicht. Auch eine Gesprächstherapie wäre etwas gewesen. Auch hierfür gibt es bei uns weder passende Ärzt noch freie Termine.

Erschreckend!

Ich bedanke mich noch einmal, dass er sich für mich Zeit genommen hat. Er gab mir noch einen Linktipp mit auf den Weg: Die ADHS-Broschüren von MEDICE sollen richtig gut sein. Doch ich hab sie bis heute nicht gelesen. Ich habe einen anderen Weg für mich gefunden ...

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Dinge, die mir bei meiner Neurodiversität ADHS helfen:

  • Dieses ADHS-Tagebuch schreiben.
  • Der offene und ehrliche Austausch mit Gleichgesinnten. Danke Lissi. 🫶 
  • Das Leben einmal auf den Kopf zu stellen.
  • Veränderungen zulassen.
  • Lernen NEIN zu sagen.
  • Zu Wissen, dass nicht alles sofort einer Reaktion bedarf.
  • Ohne Druck und Erwartungen an Sachen ran zu gehen: Schaffe ich es heute nicht, schaffe ich es vielleicht morgen.
  • Sport und Ruhephasen fest in den Alltag bzw. in den Kalender einplanen.

Was ich genau seit der Diagnose verändert habe und warum es mir seitdem deutlich besser geht, schreibe ich in den nächsten Beiträgen nieder ...

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ADHS Tagebuch

Mit 38 Jahren habe ich endlich Gewissheit erhalten: Ich bin ein Zebra. Ein Zebra in einer Welt voller Pferde.

In diesem ADHS Tagebuch möchte ich meine ganz persönliche Geschichte erzählen: Von der Diagnose im Dezember 2024, über den Umgang mit der Rastlosigkeit, der Essstörung, den Stimmungsschwankungen, den Depressionen und Schlafstörungen bis hin zu den Superkräften, die ADHS mit sich bringen kann. 

Offen und ehrlich möchte ich erzählen was mich bewegt, was mir hilft oder eben nicht. Vor allem aber möchte ich darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist diesen emotionalen Overflow ernst zu nehmen. ADHS wird oft belächelt und als Modeerscheinung abgetan. Betroffene haben aber oft einen langen Leidensweg hinter sich, gerade wenn die Diagnose erst im Erwachsenenalter gestellt wird.

Im Menü unter "About" findest du alle Beiträge in meinem ADHS Tagebuch. Worüber ich schreibe? Die Themenliste ist lang. Was ich davon schaffe umzusetzen? Wir werden sehen. 🤣

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Früher hatte ich Angst meine verrückte und bunte Seite als ADHS Zebra zu zeigen. Heute bin ich stolz darauf so zu sein, wie ich eben bin. Mit all meinen Macken, Ecken und Kanten. Denn wer ist schon normal?

Passend zur Blogserie hab ich eine kleine Motivreihe entworfen. z.B. ein Zebra mit Gedankenfeuerwerk oder 3 Statement-Sprüche "Stille ist anders", "Gedankenfeuerwerk" und "Special Edition".

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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).

Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.

Lass dich von meinen Ideen begeistern und inspirieren. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Wenn nicht in diesem Leben, wann dann?

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