Die Wettervorhersage für das Wochenende war extrem. Zwar nicht ganz so heiß wie zu Hause, wo bis zu 38 °C angezeigt wurden, aber mit bis zu 34 °C immer noch viel zu warm für knapp 900 Höhenmeter auf den Tegelberg.
Doch wir hielten an unserem Plan fest und machten uns am Freitagmorgen mit dem Auto auf den Weg Richtung Allgäu.

Erster Stopp unserer Auszeit war der Baumkronenweg im Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies. Wir parken das Auto in Tirol und laufen zu Fuß zurück nach Deutschland zum Einstieg in den Baumkronenweg. 5€ pro Person kostet der Eintritt. Mit meinem Schwerbehindertenausweis komme ich sogar kostenlos hinein.
Tipp: Direkt am Eingang zum Baumkronenweg gibt es Toiletten. Für Familien mit Kindern oder Ü40-Frauen wie uns ist das durchaus eine erwähnenswerte Sehenswürdigkeit. 😂
Aber weiter im Plan: über 500 Meter schlängelt sich der Holzsteg durch die Baumkronen. Kein Mensch weit und breit. Nur wir, die Sonne und ein traumhaftes Bergpanorama. Klare Empfehlung an dieser Stelle! Die Aussicht ist eine Wucht.

Weil es immer heißer wird, verlassen wir den Weg, laufen wenige Meter weiter zum Lechufer und lassen uns im Schatten nieder. Zeit für eine Abkühlung!
Mit Wasserschuhen und Bikini stürzen wir uns in das eiskalte Wasser des Lechs. Vier gackernde Mütter die sich als menschliche Kanus vom Strom treiben lassen. Herrlich!

Genug gebadet. Doch bevor wir zurück nach Füssen fahren um unseren Schlüssel für die Ferienwohnung beim Vermieter abzuholen, spazieren wir noch ein Stück auf dem Auwaldpfad in Richtung Staumauer und Lechfall.
Für Familien mit kleineren Kindern ist der Pfad ein echtes Erlebnis. Schattig und voller (Wasser-)Spielplätze auf denen man Stunden verbringen kann. Auch hier: Klare Empfehlung.
Für Kinder ist der Auwaldpfad am Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies ein kleines Naturabenteuer: Der rund 1,5 Kilometer lange Rundweg führt hinunter zum Lech und verbindet Waldwissen mit Spiel- und Wasserstationen. Besonders schön sind die Möglichkeiten, das Wasser auf unterschiedliche Weise zu überqueren: balancierend über einen Baumstamm, hangelnd oder sogar mit einem kleinen Floß. So wird aus einem kurzen Spaziergang ein richtig spannender Familienausflug. www.walderlebniszentrum.eu

Am Lechfall angekommen, bleiben wir eine ganze Weile staunend stehen. Schon irre, wie die Wassermassen über die fünf großen Stufen rauschen ... und genau in dem Moment, als wir eigentlich weitergehen wollen, öffnet sich die Schleuse: Das Wasser schießt mit voller Kraft durch das Tor und verschwindet an den Stufen fast vollständig. Wenige Minuten später schließt die Schleuse wieder und wir können dabei zusehen, wie sich das Wasser Schritt für Schritt seinen Weg zurück über die Stufen bahnt. Spannend.
Ein passendes Kurzvideo findest du in meinen Instagram-Reels und auf meinem YouTube-Kanal.

Am späten Nachmittag holen wir dann endlich den Wohnungsschlüssel bei der Ferienagentur Herrmann in Füssen und kaufen im nahegelegenen EDEKA gleich noch unsere Vorräte für die nächsten Tage ein. Auf der Einkaufsliste stehen Obst, Gemüse, Spätzle, Milch, Skyr, Aufbacksemmeln, Brot, Butter, Wurst und Käse. Haben wir alles gekauft und noch jede Menge Blödsinn spontan mit dazu gelegt. Wie z.B. vier ESN Designer Proteinbar Riegel mit weißer Schokolade und Pistaziencreme. Mehr dazu an Tag 2.

Am Abend von Tag 1 passiert dann nicht mehr viel. Wir kochen Käsespätzle und Wassermelone-Feta-Salat in der wunderschönen Küche der wunderschönen Unterkunft. Beziehen die Schlafzimmer und fallen nach einem kurzweiligen und sehr lustigen Plausch auf dem Balkon müde und zufrieden ins Bett.
Vom Balkon der Ferienwohnung aus haben wir einen traumhaften Panoramablick auf den Tegelberg und das Schloss Neuschwanstein. Der Mond ist bereits aufgegangen und die Wecker sind auf 5 Uhr gestellt.

Der Sonnenaufgang leuchtet bereits durch das Fenster über unserem Bett als der Wecker um 5 Uhr klingelt. Wach waren wir lustigerweise alle schon vor dem Wecker. Wir wollen keine Zeit verlieren. Nach einem schnellen Frühstück packen wir unsere Rucksäcke, Proviant, ausreichend zu trinken und fahren los. Am Wanderparkplatz an der Tegelbergbahn-Talstation angekommen, tummeln sich schon einige Wandergruppen, die so wie wir noch VOR der großen Hitze starten wollen.
Alle sind schneller als wir ... denn wir lassen uns Zeit und schleichen Schritt-für-Schritt den Wanderweg nach oben. Wenn du dir das Höhenprofil unserer Wanderroute anschaust, weisst du auch warum:

Eigentlich wollten wir die Route über die Marienbrücke und das Schloss Neuschwanstein laufen. Doch weil es dabei eine Passage mit Klettersteig gibt, haben wir uns für die alternative Route über den Schutzengelweg entschieden.
Bei Linda von hikingthealps.com ➚ findest du dazu eine richtig gute Beschreibung. Linda setzt sich auch mit der Frage auseinander, welche Richtung die bessere ist: Von oben nach unten oder von unten nach oben? Ich kann ihr nur zustimmen: 900 Höhenmeter nach unten zu laufen ist für die Knie & Gelenke meist keine Option.
Überzeugt hat uns aber letztlich die Tatsache, dass große Teile des Weges im Schatten liegen und man direkt vom Wanderparkplatz an der Talstation in den Weg einsteigt und nicht erst noch bis zum Schloss Neuschwanstein laufen muss um in den Berg zu starten.
Randnotiz: Eine Tourenbeschreibung, die wir so NICHT bestätigen können, steht auf der Seite von www.outdooractive.com: Auf gar keinen Fall (!!!) ist der Schutzengelweg eine "familienfreundliche" und "leichte Genusswanderung" auf den Tegelberg". 😂

Nach dem ersten sehr steilen Kilometer auf der Teerstraße im Wald haben wir einen ersten Blick auf das Schloss Neuschwanstein, den Alpsee, Schloss Hohenschwangau und die umliegende Bergwelt. Sehr beeindruckend.
Wir werden immer wieder von Joggern und Trailrunnern überholt.

Wir quasseln, singen, lachen und machen an jeder Sitzgelegenheit, die uns über den Weg läuft, eine Trinkpause.
Proviant-Highlight: Die ESN-Protein-Riegel, zu denen ich meine Freundinnen am Vortag überredet habe. 🤤
Nach gut 2 Kilometern verlassen wir den Wald und erreichen auf der Lichtung die Rohrkopfhütte. 500 Höhenmeter sind geschafft. Fehlen noch 300 Höhenmeter ... und wir sehen sie steil vor uns liegen.
Ich glaub, auf dem Bild kommt es gar nicht richtig rüber, wie steil der Berg war. 😅

Endspurt! Über meine Recherche auf dem Blog von Linda und Komoot wusste ich bereits, dass das letzte steile Stück über eine Treppe zurückgelegt werden muss. Und hier scheiden sich die Geister. Ich bin ja eher Team: "Geil, Treppe!" ... es gab aber auch Gegenstimmen aus dem Wandermädels-Team die darüber nicht so begeistert waren.
Wenn man also nicht gerade mit dem Kampf um jede Stufe beschäftigt war, konnte man einen herrlichen Ausblick auf den Forggensee und Bannwaldsee genießen.

Nach 3,5 Stunden und 4,6 km erreichen wir um 9:30 Uhr unser Ziel: Das Tegelberghaus! Morgens halb 10 in Deutschland: Ein Wurstsalat und Semmelknödel mit Rahmsoße geht schon, oder? Die Servicekraft meint JA ... 😂
Wir lassen uns auf den Holzbänken im Schatten nieder und sind unglaublich stolz auf unsere Wanderleistung.
Würde ich die Route weiterempfehlen? Ich glaube nicht. Sie ist zwar landschaftlich sehr schön. Aber einfach wirklich von Anfang bis Ende extrem steil. Kondition, Kraft und Trittsicherheit sollten auf jeden Fall vorhanden sein.

Vom Tegelberghaus aus steigen wir noch ein Stück weiter bergauf Richtung Bergstation Tegelbergbahn. Von hier aus startet die "Königsrunde", ein Rundweg mit optionaler Abzweigung zum Klettersteig auf den Branderschrofen.
Was als "familienfreundliche und einfache Wanderung" ausgeschildert ist, enttäuscht etwas durch ebenso steile Wege, die dazu auch noch etwas geröllig sind. Wir hatten bei der Beschreibung eher an einen ebenen Panoramaweg gedacht.
Aaaaber, vom Rundweg aus haben wir einen wunderbaren Blick auf den Wanderweg, den wir uns am Morgen gestellt haben. Der komplette Weg lag jetzt (um die Mittagszeit) in der Sonne. Wieder freuen wir uns, dass wir früh morgens noch (zumindest zum Großteil) im Schatten laufen konnten.

Das Gipfelkreuz des Branderschrofen ist in Sichtweite. Etwa 20 Minuten wären es noch und wir könnten das Gipfelkreuz erklimmen. Doch wir drehen um. Ein Hinweisschild macht uns darauf aufmerksam, dass man hier nur mit Kletterausrüstung weiterlaufen sollte: Helm, Seilsicherung und Karabiner wären nötig gewesen.
Klar hätten wir uns auch am Sicherungsseil festhalten und den schmalen Grat nach oeben klettern können, doch heute nicht. Wir hatten unser Ziel bereits erreicht und sind mit der Wanderung zum Tegelberghaus mehr als zufrieden.

Nur etwa 6 Minuten fährt die Bahn dann zurück ins Tal. Die Tegelbergbahn ist eine Luftseilbahn mit Pendelbetrieb, bei der zwei Großkabinen zwischen Tal- und Bergstation hin und her fahren. In jede Kabine passen bis zu 44 Personen. Von der Gondel aus hat man nochmal einen sehr schönen Blick auf das Schloss Neuschwanstein.

Nach einer Pause am Kneippbecken neben der Talstation, fahren wir noch einmal zum Lechufer und strecken den Rest des Tages die Füße ins türkisblaue Nass. Bilder gibt es dazu keine. Die haben wir am Vortag zur Genüge gemacht.
Nach dem Abendessen im Ristorante Pizzeria Da Pietro ➚ machen wir noch einen kleinen Abendspaziergang zum Forggensee. Leider ist es selbst am Abend noch extrem heiß, weshalb wir nicht lange bleiben und uns lieber in unsere gemütliche Wohnung zurückziehen.
... beim Blick vom Balkon auf den Tegelberg sagen wir uns immer wieder "Verrückt, da waren wir heute oben." 💪

Heute hatten wir keinen Wecker gestellt und uns viel Zeit für das Frühstück genommen. Bei Sonnenschein und Panoramablick essen wir die Reste aus dem Kühlschrank, packen danach unsere Taschen und beladen das Auto.

Die dunklen Wolken und das Gewitter kamen immer näher. Auch die Temperaturen hatten sich auf 26°C gesenkt. So entschieden wir nicht wie geplant nach "Hopfen am See" zu fahren, sondern einen Stadtbummel durch Füssen zu machen.
Vorher brachten wir noch den Schlüssel zurück zum Vermieter. Über einen Briefkasten war der Schlüssel schnell und unkompliziert abgegeben und wir konnten direkt weiterfahren.

Weil es nicht weit entfernt war, machten wir einen Abstecher zum Festspielhaus am Forggensee. Vor vielen Jahren war ich schonmal hier und hab mir das 1. König Ludwig Musical mit meiner Mama und meiner Tante angesehen.
Das Festspielhaus Neuschwanstein ist einfach ein wunderschöner Ort für Konzerte oder Musicals und jederzeit einen Besuch wert.
30 Minunten darf man am Parkplatz direkt am Festspielhaus kostenlos parken. Das reicht um einmal durch den Park zu laufen, die Füße ins Wasser zu strecken und ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Weiter gings Richtung Füssener Altstadt.

Wir parken unser Auto zentrumsnah in der Sudetenstraße. Eigentlich wollten wir in die Tiefgarage City Sparkassenhaus APCOA, doch irgendwie haben wir die Einfahrt verpasst? Macht nichts.
Wir starten unseren Stadtbummel an der Reichenstraße mit den vielen bunten Häusern. Ein Foto davon kommt direkt in meine Bunte-Häuser-Sammlung.

Weiter geht es bis zum Stadtbrunnen an der Ritterstraße. Manche holen sich einen Eiskaffee in der Füssener Kaffeerösterei, andere Schneeballenträume bei Stefanie Diller.
Meine Freundin hat sich zwei Schneeballen als Mitgebsel für Zuhause mitgenommen. Ich nur einen ... den dafür "zum gleich essen": weißer Nougat mit Nüssen. MEGA lecker!
Schneeballen sind eine fränkische Spezialität. Süße, kugelförmige Gebäcke aus Mürbeteigstreifen, die klassisch mit Puderzucker bestäubt werden, dort aber auch in vielen anderen Varianten erhältlich sind. Die Familie Diller stellt die Schneeballen seit über 30 Jahren her. Die Filiale in Füssen wurde 2011 von Stefanie Diller übernommen. schneeballen-fuessen.de

Schlemmernd schlendern wir weiter über den Magnusplatz bis zum Baumgarten mit dem Hochreservoir. Einfach sooo schön, wenn man mal Zeit zum Quatschen hat, ohne, dass eins der Kinder die volle Aufmerksamkeit möchte.
Von der Parkbank aus können wir den Lech durch die Bäume sehen und sind geschockt, denn der türkisgrüne Traumfluss hat sich in eine braune Matschbrühe verwandelt. Hier würden wir niemals baden gehen. Da hatten wir an den Tagen davor wohl wirklich Glück!
Die Farben des Flusses verändern sich je nach Jahreszeit und Witterung. Manchmal karibikblau, bei Regenfall oder während der Schneeschmelze auch gerne mal dunkelbraun. www.allgai.de

Also laufen wir weiter, zurück in die Innenstadt, vorbei am Barockgarten, dem Benediktinerkloster St. Mang über die wunderschöne Brunnengasse mit ebenso schönen bunten Häuschen bis zur Schrannengasse.
Der Geigenspieler, den wir kurz vorher noch am Stadtbrunnen gesehen hatten, war zum Gesellenbrunnen umgezogen. Direkt daneben: das Cafè FREIDAY. Wir lassen uns auf den bequemen Netzsesseln nieder und gönnen uns weitere Köstlichkeiten.
Zum Glück können wir das Parkticket via Parkster-App von unterwegs aus verlängern. Als wir gerade fertig sind mit schlemmen und quatschen, fängt es an zu regnen. Wir laufen zurück zum Auto und fahren nach Hause.
Bei 25°C und Nieselregen sind wir in Füssen losgefahren. Wieder zu Hause angekommen hat es 35°C und es ist kein Regentropfen in Sicht. Am liebsten wäre ich direkt wieder zurückgefahren.
Vielen Dank an meine besten Freundinnen Nadine, Simone und Melie für dieses wunderschöne Wanderwochenende. Es reiht sich ein in die Wanderausflüge und Wochenenden aus den letzten Jahren:
Ich bin schon gespannt, wo es uns nächstes Jahr hin verschlägt. In der passenden "Freundinnen-Themenwelt" findest du übrigens noch mehr Erlebnisberichte zu unseren Wanderungen & Ausflügen.
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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
Lass dich von meinen Ideen begeistern und inspirieren. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Wenn nicht in diesem Leben, wann dann?

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