Meine große Tochter wechselte im Sommer 2022 von der Grundschule auf das Gymnasium. Englisch stand somit ganz neu auf dem Stundenplan. Die Begeisterung für die neue Sprache war da, die Begeisterung für das Land bzw. für London noch viel mehr. Und so entschieden wir uns (auch deswegen) eine Woche in der Weltstadt London zu verbringen und den Sightseeing-Highlights aus dem Englischbuch (vorallem den Geschichten in und um den Greenwich Park) auf die Spur zu gehen.

An Tag 10 war es dann soweit. Der Tagesausflug in den Greenwich Park stand auf dem Plan. Das Wetter war stabil und wir freuten uns auf einen entspannten Tag in Londons grüner Ecke. Nur wenige Gehminuten von unserem Hotel entfernt lag der Anlegesteg des River Boat.
9,50£ werden von der Visitor Oyster Card abgebucht für zwei Erwachsene und ein Kind. Mit dem River Boat 1 fahren wir über 4 Stationen vom Westminster Pier (Waterloo) bis zum Greenwich Pier.

Mit dem Schiff unter der Tower Bridge durch zu fahren war schon ein ganz besonderer Moment. Ein paar Tage später werden wir sie noch einmal besuchen bzw. zu Fuß überqueren. Vom Wasser aus war sie allerdings fast noch schöner anzusehen.
Mehr Details zum Besuch der Tower Bridge findest du im Reisetagebuch unter Mary Poppins & Royal London - Drehorte und Sehenswürdigkeiten

Prächtig und mächtig stand sie da, unweit von der Anlegestelle entfernt ... die Cutty Sark. Mein Mann und die Kinder waren direkt hellauf begeistert das Schiff nicht nur von außen, sondern auch die Ausstellung im Inneren anzusehen. Ich war eher skeptisch, immerhin hatten wir an diesem Tag noch weit mehr Tagespunkte auf dem Plan, aber im Kombiticket mit der Meridian Line erhalten wir 25% Rabatt und so schlagen wir direkt für beides zu. Marketing-Strategie voll aufgegangen. 🙄
94€ für eine Familie mit 2 Kindern. Richtig teuer, aber zumindest der einzige Eintritt des Tages.

Die historische Cutty Sark war eines der schnellsten und größten Segelschiffe der Welt. Die interaktive Ausstellung (die auch für Kinder wirklich spannend ist) geht über mehrere Etagen. Wir erfahren jede Menge über die beeindruckende Geschwindigkeit, die Waren (z.B. Tee) und bekommen einen Einblick in die Unterkünfte, Küche oder Mannschaftsräume.
Auch kann man auf der Cutty Sark ein Klettererlbenis der etwas anderen Art buchen und die Seile an den Masten bis nach oben in schwindelerregende Höhen klettern. Bilder dazu findest du etwas weiter unten in der Bildergalerie.
Mein persönliches Highlight befindet sich allerdings im untersten Stockwerk der Ausstellung, direkt neben dem beeindruckenden (!!!) Schiffsrumpf: Die Sammy Ofer Gallery mit der weltgrößten Sammlung historischer Figurenköpfe bzw. Galionsfiguren.
Galionsfiguren schmücken den Bug von Schiffen, und bei Handelsschiffen lag die Wahl der Figur im Ermessen des Schiffseigners. Die Schnitzerei konnte eine damals bekannte Persönlichkeit, eine Figur aus Literatur oder Legenden oder sogar ein Mitglied der Familie des Schiffseigners darstellen. Die Besatzung legte großen Wert darauf, die Galionsfigur sauber und ansehnlich zu halten. Die Männer glaubten oft, dass die Figur nicht nur den Namen, sondern auch den Geist des Schiffes verkörpere und ihnen helfe, sicher nach Hause zu steuern. www.rmg.co.uk/cutty-sark

Er ist eine unglaubliche Ingenieursleistung aus dem Jahr 1902 und zwangsläufig müssen wir beim Hindurchlaufen an den Hamburger Elbtunnel denken, der allerdings erst einige Jahre später fertiggestellt worden.
Von der Intention her, sind die Tunnel gleich: Die Werftarbeiter sollten schneller zu ihrem Arbeitsstätten auf den Docks kommen. Verglichen mit dem Elbtunnel ist der Greenwich Tunnel etwas rustikaler und weniger prätentiös. Dies merkt man insbesondere am Bild der verwendeten Kacheln an den Wänden. Autos passen hier nicht durch den Tunnel, dieser ist Fußgängern und Radfahren vorbehalten. Die Nutzung ist entgeltfrei.
Wir nutzen den Tunnel um unter der Themse durch zur anderen Uferseite zu gelangen. Denn dort befindet sich das Highlight für meine kleine Tochter ...

Im Internet hatten wir gelesen, dass man unbedingt den Greenwich Park besuchen soll, um Eichhörnchen zu treffen. Dass wir sie auf der anderen Seite der Themse, im Millwall Park, in so großer Anzahl und überhaupt nicht scheu "rumwuseln" sehen werden, damit hatten wir nicht gerechnet.
Sie suchen flink nach Nüsschen, bleiben auf den Wegen, Zäunen oder in den Bäumen sitzen bis wir alle Fotos im Kasten hatten und waren einfach nur zuckersüß und bezaubernd.
Später wird sich meine Tochter ein Plüsch-Eichhörnchen als Souvenir mit nach Hause nehmen. Dieser Moment mit den Eichhörnchen war ein echtes Highlight der Reise. Und das so unerwartet und völlig kostenlos.

Ein Stückchen weiter sind wir dann auch schon mittendrin in der Mudchute Farm. Auch hier zahlen wir keinen Cent um noch viel mehr Tiere zu sehen. Vögel, Enten, Ziegen, Schweine, Hühner und Pferde.
Zeit, das erste Foto aus dem Englischbuch nachzustellen. Doch die grünen Scheunentore wurden bereits vor Jahren durch graue Tore ersetzt und auch sonst ist die Farm neuer und moderner gestaltet. Wo das Foto aufgenommen wurde, können wir aber trotzdem deutlich erkennen.
Knapp 2 Stunden spazieren wir durch die Anlage. Streicheln und beobachten die Tiere und essen ein Stück super leckeren aber mit 16€ auch sehr teuren Kuchen. Gefunden im Mudchute Hofladen, gebacken von @thebakineer.

Nach der Kuchenpause machen wir uns auf den Weg zurück durch den Foot Tunnel North, über den Greenwich Park, bis nach oben zum Royal Observatory.
Der Ausblick reicht von der weitläufigen Wiese des Greenwich Parks über das Old Royal Naval College mit seinen markanten Kuppeln, das National Maritime Museum und das Queen’s House ... bis hin zur Skyline von Canary Wharf mit ihren gläsernen Hochhäusern.
Wir bleiben eine Weile stehen, staunen und genießen den Moment.

Die Eintrittskarten waren ja bereits gebucht und so konnten wir direkt eintreten. Die Ausstellung selbst war nicht ganz so spannend. Ich vermute, man könnte hier weit mehr Zeit verbringen, wenn man sich für Astronomie noch mehr interessiert.
Dann war es endlich soweit. Wir waren ganz nah dran, an der Null-Linie:
Stehen Sie auf dem weltberühmten Nullmeridian, der die Erde in Ost und West unterteilt, und besuchen Sie das Zuhause der Greenwich Mean Time (GMT).
Auf einem Schild können wir lesen: "Please do not queue on the line. You can take pictures anywhere you like." ... und trotzdem bildet sich schnell eine lange Schlange vor dem idealen Fotospot.
Auch wir stellen uns an und warten bis wir an der Reihe sind. Immerhin wollen wir ein ganz bestimmtes Foto nachstellen.

Daheim wurde bereits fleissig für diesen Moment geübt. Jetzt war es endlich soweit: Meine große Tochter schlägt, wie im Englischbuch zu sehen, ein Rad über die Prime Meridian, während meine kleine Tochter die Brücke der Maus nachahmt. Und wie im Schulbuch stehen natürlich auch auf unserem nachgestellten Foto Menschen im Weg, als hätten wir sie als Statisten bezahlt. 😂

Die königlichen Astronomen betrachteten die Zeit als ihr wichtigstes Maß. Wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht (den Solar Noon), steht sie genau auf dem Meridian. Diese gedachte Linie verläuft vom Nord- bis zum Südpol und kreuzt den Punkt des Beobachters. In Greenwich sind die historischen Meridiane durch die Standorte der Teleskope bestimmt, mit denen die Astronomen die Sterne beim Vorüberziehen beobachteten.
Einige Beispielwerte auf der Meridian Line verdeutlichen eindrucksvoll, warum dieser Ort in Greenwich so einzigartig ist:

Glücklich und zufrieden verlassen wir die Meridian Line und schlagen unser Lager mit Aussicht unterhalb des Royal Observatory im Greenwich Park auf.
Wir essen den Rest der mitgebrachten Reisebrotzeit und genießen das sonnige Wetter.

Dann setzt sich plötzlich ein kleiner Hund direkt vor uns ins Panorama. Er bleibt sogar so lange sitzen, bis ich auch noch das letzte Bild aus dem Rucksack gekramt habe um damit die Erinnerung festzuhalten.
Am liebsten hätte ich gerufen "Here`s your ball, Sherlock!" ... ob er dann "Woof" gemacht hätte? 😂

Der Tag neigt sich dem Ende und wir laufen gemütlich weiter in Richtung Greenwich Pier. Auf unserem Weg bestaunen wir "The Queen's House" mit einer Ausstellung an künstlerisch gestalteten Rießenkugeln.
Außerdem laufen wir barfuß durch einen Wasserlauf, nur um am Ende auf einem Schild zu lesen, dass es eigentlich verboten ist. Ähhh... ja. 🙈

Vor dem National Maritime Museum bleiben wir andächtig stehen. Vor uns steht ein gigantisches Schiff in einer Flasche. Doch nicht irgendein Schiff. Es ist die Victory, das legendäre Flaggschiff von Admiral Nelson aus der Schlacht von Trafalgar.
Das "Ship in a Bottle", eine Skulptur des Künstlers Yinka Shonibare, hat für uns eine ganz besondere Bedeutung. Das Hotel Victory der Theme Erding ist nämlich nach eben diesem Vorbild gebaut und wir verbringen dort seit vielen Jahren unseren winterlichen Entspannungs-Kurzurlaub.
Den passenden Blogbeitrag findest du unter Therme Erding - Kurzurlaub mit der Familie im Hotel Victory
Das Grab von Nelsons haben wir bei unserem Besuch in London natürlich auch besucht. Details findest du im Reisetagebuch unter Mary Poppins & Royal London - Drehorte und Sehenswürdigkeiten

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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
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