Die westliche Ecke der Insel Juist mit dem Hammersee und dem Billriff haben wir bereits an Tag 5 besucht. Kurz vor der Heimreise fehlte uns somit noch die östliche Ecke: Der Kalfamer. Wir machen uns wieder mit dem Fahrrad auf den Weg zum Startpunkt unserer heutigen Wanderung, dem Besucherparkplatz am Flugplatz.
Wie immer starten wir (wie viele andere Touristen auch) im Ortskern. Manche Richtung Westen, manche Richtung Osten. Das lustige daran: Je weiter man fährt, desto leerer wird es auf der einzigen Straße die von Ost nach West führt. Viele biegen schon beim Bäcker wieder ab. Andere bleiben beim Otto-Leege-Pfad hängen. Die nächsten verschwinden spätestens an der Wilhelmshöhe ... bis zum Flugplatz sind dann gar nicht mehr so viele übrig, die sich heute wirklich bis ans Ostende der Insel aufmachen.
Mit dem Fahrrad sind wir vom Ortskern bis zum Flughafen ungefähr 20 Minuten unterwegs. Dort stellen wir die Räder ab, denn der Weg rund um den Kalfamer ist für Fahrräder nicht geeignet. Ab hier geht es nur zu Fuß weiter.

Bevor wir mit der Wanderung Richtung Kalfamer starten, schauen wir uns den Flugplatz noch etwas genauer an. Wir entdecken das Flugplatzrestaurant SHERPA mit einem etwas in die Jahre gekommenen Tower, künstlerisch aufwändig bemalte Eingangstore und jede Menge kleinere Flieger die gerade starten oder landen.
Mit der App Flightradar24 können wir sehen, woher sie kommen oder wohin sie fliegen: Wir sehen vor allem private Rundflüge ab Norddeich oder Juist über Norderney und Borkum.
Gerade weil die Fähren nach Juist tideabhängig fahren, war und ist die Flugverbindung zum Festland eine besondere Alternative für alle, die schneller oder flexibler auf die Insel kommen möchten. Seit März 2026 gibt es wieder eine regelmäßige Verbindung zwischen Norden-Norddeich und Juist, geflogen wird mit kleinen Maschinen der Scandinavian Air Charter. Die Flugzeuge starten allerdings nur nach Flugplan, bei Tageslicht und ausreichender Sicht.

Der Naturlehrpfad führt uns über Salzwiesen und durch knie- bis schulterhohe Gräser, Sträucher und Dünen. Links und rechts blitzt immer wieder das Meer durch. Auch der knallorange Sanddorn ist allgegenwärtig. Die Sträucher wachsen überall auf der Insel und in den Geschäften gibt es daraus alles, was man sich vorstellen kann: Marmelade, Schnaps, Kuchen oder Pralinen.
Besonders im Gedächtnis geblieben, ist mir aber die Sanddorn-Marmelade vom Leuchtturmwärter am Memmertfeuer.

Weiter auf dem Wanderweg wird es dann richtig ruhig. In den Salzwiesen und am Strand sitzen unheimlich viele Vögel. Wenn gerade kein Flugzeug startet oder landet, kann man ihnen zusehen und auch zuhören.
Der Blick reicht bis aufs Festland, nach Norderney und zu den vielen Windrädern an der Küstenlinie.

Für Vogelfotografen oder Vogelbeobachtungen ist das Schutzhaus in den Dünen am Kalfamer ein echtes Eldorado. Zu jeder Jahreszeit lassen sich hier in aller Ruhe über große Panoramafenster Vögel beobachten und auskundschaften.
Auf den Infotafeln im inneren der kleinen Hütte können wir jede Menge über die Flugrouten und Vogelarten nachlesen.
Über einen QR-Code öffnet sich eine Website, die uns die Vogelbeobachtungen auf Juist der letzten 15 Tage aufzeigt:

Der Begriff „wattbesünners“ kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie „etwas ganz Besonderes“. Zusammengesetzt ist er aus „Watt“ für Wattenmeer und „besünners“ für besonders.
Bekannt wurde der Ausdruck vor allem durch eine Kampagne rund um das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. An besonders schönen, spannenden oder sehenswerten Orten wurden leuchtend gelbe Hinweisschilder mit dem Hashtag #wattbesünners aufgestellt. Wer dort vorbeikam, sollte kurz innehalten, staunen, ein Foto machen und diesen besonderen Moment teilen. Gerne möchte ich diesen Beitrag beisteuern.

Wir bleiben eine Weile im Schutzhaus und laufen dann weiter durch die Dünen bis zum Strand. Dabei entdecken wir auch immer wieder die Ostbake der Insel Juist. Wirklich nahe kommt man nicht ran, denn wir befinden uns in einem Schutzgebiet für Vögel und bleiben natürlich auf den beschilderten Wegen. Wer sich noch mehr ins Thema Baken einlesen möchte, wird auf der Website www.deutsche-leuchtfeuer.de oder wikipedia.org fündig.
Die schwarze Bake mit einem von allen Seiten als sichtbares Quadrat zu sehendes Toppzeichen steht am Kalfamer, dem Ostende der Insel Juist. Am Kalfamer wird mehr Sand angetrieben als abgetragen, weshalb der Ostteil der Insel langsam nach Osten wächst.

Am Strand angekommen schlagen wir unser Lager im feinen Sand der Dünen auf. Die Kinder haben keine Lust mehr zu laufen und lassen sich direkt neben dem Proviant auf den Handtüchern nieder. Mein Mann und ich gehen noch ein Stück weiter. Wir überlegen, ob wir noch weiter Richtung Ostspitze ... oder gar ganz nach vorne laufen wollen, aber es wären mehrere Kilometer gewesen und wir wollten die Kinder in den Dünen nicht alleine lassen. Also drehen wir um.
Bojen im Wasser und Holzpfähle am Strand markieren das Ende des offiziellen Weges: "Achtung Schutzgebiet" steht auf den knallorangen Bällen. Auf einer Infotafel können wir außerdem lesen:
Liebe Besucherinnen und Besucher, wir bitten Sie, insbesondere zum Schutz der Brutvögel, die Wegeführung zu beachten: Der Rundweg zum Ostende (orange dargestellt) ist vom 1. April bis 31. Juli gesperrt. In dieser Zeit gehen Sie bitte nicht über die Pfahlreihe am Strand hinaus.

Theoretisch hätten wir bis zur Spitze laufen dürfen ... entscheiden uns aber für eine Strandpause bei den Kindern. Die Dünen am Kalfamer sind nicht ansatzweise so schön wie die am Hauptstrand oder an der Wilhelmshöhe. Auch ist der Strand an der Wasserkante ziemlich dreckig und von Algen übersät. Es riecht unangenehm und wir sind froh, dass wir hier nur kurz vorbeispaziert sind und keinen Badetag einlegen wollen.
Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf und wir laufen am Strand entlang zurück zum Strandübergang Flugplatz und unseren Rädern. Auf dem Dünenweg des Strandübergangs dann ein ganz besonderer Moment, von dem ich vorher nur gelesen hatte:
Stimmt! 😂

Und während wir so ganz entspannt durch die Dünen zurück zu unseren Fahrrädern laufen, kommt bei allen aus der Familie Vorfreude auf Zuhause auf. Eine Woche Juist kann man richtig gut füllen. Besonders in den Sommermonaten, wenn die Kurverwaltung viel für Kinder, Familien und Urlauber anbietet. Zwei Wochen sind dagegen schon seeeehr entschleunigend und sehr ruhig. Für ältere Kinder oder Teenys schon fast zu ruhig.
Juist war für uns eine gute, entspannte Alternative zu dem Trubel, den wir eigentlich in Paris geplant hatten. Es hat uns gutgetan. Es war schön. Es war ruhig. Es war besonders. Für meinen Mann hat es aber leider nicht den entscheidenden Erholungseffekt gebracht, den wir uns erhofft hatten.
Es wird noch bis Ende des Jahres 2025 dauern, bis er sich von seinem entzündeten Gleichgewichtsnerv einigermaßen erholt hat ... und auch jetzt, wenn ich diesen Beitrag online stelle, im Sommer 2026 hat er manchmal noch Probleme mit Ohrenschmerzen, Schwindel oder das Gleichgewicht zu halten.
Es ist aber deutlich besser geworden und auch Reisen oder Arbeiten ist wieder möglich. Darum freuen wir uns sehr auf die Reise nach Kalifornien und hoffen, dass wir diesmal keine Ersatzreise suchen müssen.

An Tag 14 fahren wir nochmal mit den Rädern auf einen Rosinenstuten zur Domäne Bill. An Tag 15 geht es dann wieder zurück nach Hause. Viel ist an diesem Tag nicht passiert. Weshalb es sich nicht lohnt daraus einen eigenen Beitrag zu erstellen. Eine kleine Auswahl an Bildern von Tag 15 findest du etwas weiter unten in der Bildergalerie.
Tschüss Nordsee, du warst mal wieder wunderschön.
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Ruhe, Entspannung und Regeneration auf der autofreien Insel in der Nordsee. Für 2 Wochen bleiben wir mit der ganzen Familie auf Juist. Mama, Papa und zwei Kinder (9 und 13 Jahre). Familienauszeit in den Dünen Ostfrieslands. Vom 29. August bis 12. September 2025.
Ich nehme dich mit an den Strand, in unsere Ferienwohnung in der Inselresidenz Strandburg, zum Café Wilhelmshöhe, zur Domäne Bill und zum Hammersee, ins Watt zu Wattwürmern und Einsiedlerkrebsen, auf den Otto-Leege-Pfad, zum Hafen mit Leuchtturm Memmertfeuer und Seezeichen, ins TöwerVital und bis ans Ostende zum Flugplatz und Richtung Kalfamer. Also einmal quer über die Insel.
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Ich würd mich freuen.
Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
Lass dich von meinen Ideen begeistern und inspirieren. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Wenn nicht in diesem Leben, wann dann?

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