Wir verlassen Leknes und fahren immer weiter „nach unten“ auf den Lofoten Richtung Sakrisøy. Es war (wiedermal) eine sehr beeindruckende Landschaft, die wir während der 1-stündigen Autofahrt mit jede Menge „Ahhhs“ und „Ohhhs“ und „Halt an, ich will ein Foto machen“ verbringen durften.

Erster Stopp: DAS Postkartenmotiv der roten Fischerhäuser vor dem "Festhaeltinden" in Hamnøy. In echt ist es gar nicht so idyllisch wie es auf dem Foto zu sein scheint. Fotografieren kann man wunderbar von eine Brücke aus (Standort bei GoogleMaps), welche als Hauptstraße (E10) über die Inselkette Moskenesøy führt.
Ist man ganz leise, hört man nicht nur die Wellen rauschen und den Wind pfeifen, sondern eigentlich immer auch Drohnen surren. Diese Inselkette ganz im Süden ist vermutlich der Drohnen-HotSport auf den Lofoten. Lässt man die eigene Drohne fliegen, sollte man also echt aufpassen, dass man sich nicht in die Quere kommt.

Mittag um 12 Uhr haben wir das Ende unserer Reise erreicht. Das kleine Örtchen Å. Allein das Ortsschild ist eine echte Sehenswürdigkeit und von Stickern übersät.
Fährt man mit dem Auto bis zur Spitze der Lofoten, landet man auf einem Wanderparkplatz. Es war das südlichste Ziel unserer Reiseroute durch Nord-Norwegen. Gestartet hartten wir am Flughafen in Tromsø. Jeweils 2 bis 3 Nächte haben wir in Sommarøy, Senja, Andenes, Kabelvåg und Leknes verbracht.
Wir parken unser Auto auf dem ausgeschriebenen Wanderparkplatz und laufen zu Fuß weiter. Wenige Meter später sind wir dann da. Am Ende der Strasse. Weiter „nach unten“ geht es nicht. Zumindest nicht auf breiten, gut begehbaren Wegen. Das Ende der Lofoten. Und wer weint schon wieder? Die Mutter.

Wir machen einen kleinen Spaziergang vom Wanderparkplatz bis zum Abgrund der Klippen mit Blick auf den beeindruckenden "Andstabben", weiter zurück in den Ort bis zum Hafen. Von dort aus lasse ich die Drohne fliegen und kann richtig schöne Fotos (diesmal sogar mit Bergspitzen) machen. Wir hatten wahnsinnig Glück mit dem Wetter. Es war zwar kalt, aber die Sonne war immer zu sehen.
Unseren Spaziergang bzw. Rundweg findest du auch in meinem Komoot-Profil ➚ Passe ihn gerne nach deinen Bedürfnissen an.

Pflichtbesuch in Å? Die Bäckerei "Bakeriet på Å" (Google Maps ➚). In echter Handwerkstradition wird hier Kanelsnurr gebacken. Unglaublich lecker. Ich würde fast behaupten die beste "Zimtschnecke" die ich je gegessen habe. Allein beim Anblick des Erinnerungsfotos läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Ein kleines gelbes Fischerhäuschen, welches es mir ganz besonders angetan hat ist das "Olstind" in Skarisøy. Gelb, meine Lieblingsfarbe, vor dem beeindruckenden Olstinden ... dieses Haus in echt zu sehen, war eines der absoluten Highlights unserer Norwegen-Reise.
Randnotiz: Das Häuschen war auch Grund dafür, dass unser eigenes Gartenhaus im bayerischen Garten fast gelb geworden wäre. Wir haben uns dann aber doch für das klassische "schwedenrot" entschieden ...
Unzählige Bilder des Häuschens hab ich während der Reiseplanung auf meiner Pinterest-Pinnwand gesammelt. Zwei besonders schöne (fremde) Exemplare möchte ich hier im Blogbeitrag verewigen:

Doch der Reihe nach … von Å fahren wir also wieder zurück zu unserer Unterkunft für diese eine Nacht: Ein gelbes Häuschen, direkt am Wasser. Nein, nicht DAS Häuschen, aber gleich nebenan, nur ein paar Gehminuten entfernt: Sakrisøy Rorbuer ➚ gebucht via booking.de.
Auf dem nächsten Foto ist das alleinstehende Olstind (rechts auf dem Bild) sehr gut zu erkennen ... Links im Bild siehst du mich und meine Tochter auf der Terrasse unserer Unterkunft. Wiedermal muss ich meinem Mann danken, dass er uns die Drohne für die Reise besorgt hat. Unsere Erlebnisse lassen sich so nochmal ganz anders festhalten als ohne Luftaufnahmen.

Wir übernachteten eine Nacht im Haus mit der Nummer 7 und dem Namen "Kallebua". Die Fischerhütten direkt am Wasser waren innen wunderschön hergerichtet. Sehr stilvoll, alles aus Holz. Mehr Bilder findest du am Ende des Blogbeitrags. Wir haben zusammen gekocht, Karten gespielt, gekuschelt und beim Videochat mit meinen Eltern erzählt, was wir hier alles erleben und bestaunen dürfen.
Die Kinder sind dann irgendwann ins Bett und auch mein Mann ging schlafen. Ich nicht, ich war zu aufgeregt. Was, wenn heute wirklich noch Nordlichter auftauchen würden? Die Aurora App hatte deutlich Nordlichter-Alarm gegeben. Dennoch war ich verunsichert, wo und wie ich die Lichter sehen sollte.
Ich saß also am Esstisch neben dem Fenster, hab die Bilder des Tages bearbeitet und Reisetagebuch geschrieben. Spät Abends hab ich dann etwas schüchtern in der Norwegen-Gruppe bei Facebook ➚ nachgefragt, auf was ich achten soll und bekam die besten Tipps ever:
"KP-Index hin oder her" ... "bei klarem Himmel im Dunkeln lohnt sich der Blick nach oben immer" ...
Ok, klingt logisch! 😂 Ich war bei meinem 1. Mal einfach zu sehr auf die App und irgendwelche Grenzwerte fixiert, dass ich nicht selbst auf die Idee kam, einfach nach draußen zu gehen und zu warten ... ich hatte auch erst nicht mitbekommen, dass es draussen schon voll abgeht ...

Super hektisch hab ich die voreingestellte Kamera und das Stativ geschnappt, meinen Mann geweckt und bin mit halb angezogenen Schuhen nach draußen gestolpert. Schnell, schnell Fotos machen. Zu groß war die Angst, dass gleich wieder alles vorbei sein würde.

Dann waren sie plötzlich überall und ich rannte wie verrückt auf der Straße herum und knipste in alle Richtungen. Je länger die Nordlichter am Himmel waren, umso mehr Ruhe hatte ich das Stativ und die Kamera ordentlich auf- und einzustellen.
Das nächste Bild ist mein Lieblingsbild. Fotografiert über dem Olstind in Sakrisøy.
Dafür musste ich nur einmal kurz die Straße überqueren. Etwas Abseits, außerhalb der hellen Straßenlaternen, wirkte der Himmel auch gleich viel besser und vorallem war das Bild jetzt scharf und nicht verwackelt.

Ein Lied, dass mir meine Siri viele Monate nach der Reise (zufällig ausgewählt) vorgespielt hat war "Nordlichter" von Benne ➚. Der Songtext hat mich eiskalt erwischt, sehr berührt und arg getriggert. Darum möchte ich dir Auszüge davon dalassen ...
Ich bin so lang davor weggerannt, ich komm nicht dagegen an, endlich tut's weh. Du hast gesagt wir werden Nordlichter seh'n. Jetzt steh' ich hier allein, ey könntest du das seh'n? Du hast gesagt wir werden Nordlichter seh'n. Kann ich nach all der Zeit, jetzt endlich Abschied nehm'n? Und da wo früher Angst war, bin ich heute dankbar. Ich glaub, das kam auch durch dich.
Benne singt über eine Person, die er verloren hat und mit der er zusammen Nordlichter sehen wollte. Ich musste bei diesen Zeilen sofort an meine Brustkrebs-Erkrankung denken. Ein Jahr lang habe ich die Reise nach Norwegen geplant und mich damit von der Akuttherapie, den Chemos und den Bestrahlungsterminen abgelenkt. "Wenn ich den Krebs los bin, dann fliegen wir nach Norwegen" ... "Wenn ich tapfer durchhalte, kann ich in meinem Leben vielleicht wirklich noch Nordlichter sehen".
Die Reise durch Nord-Norwegen war die beste Therapie für mich und meine Gedanken. Danke an Benne, für diesen emotionalen und befreienden Moment.

Ein Berg bzw. eine Wanderung die an dieser Stelle nicht fehlen darf, ist sicherlich die auf den "Reinebringen". So gerne hätte ich die Tour (allein, oder mit den Kindern gemacht) aber es wäre für unseren Aufenthalt von 2 Tagen (mit An- und Abreise) einfach zu viel gewesen. Am nächsten Morgen haben wir uns also (trotz bestem Wanderwetter) für ein gemütliches Frühstück und den direkten Reiseantritt zurück nach Tromsø entschieden. Immerhin, knapp 9 Stunden Fahrt lagen vor uns.
Mehr dazu im Reisetagebuch-Eintrag zu Tag 14: Narvik - Zwischenstopp auf der Fahrt von den Lofoten zurück nach Tromsø
Eine sehr schöne Beschreibung der Wanderung findest du auf der Webseite der www.earthtrekkers.com ➚ oder auf dem YouTube-Kanal von Julia Mrozek ➚.

Mit einem letzten Drohnenflug nach dem Frühstück sagen wir tschüss Lofoten, tschüss Sakrisøy ... und nehmen die unfassbaren Erlebnisse mit in unserer Erinnerung.
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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
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