Seit wir Kinder haben, fahren wir jedes Jahr in den Urlaub. Seit wir mit den Kindern in den Urlaub fahren, waren wir fast jedes Mal bei einem Arzt. OK, zugegeben, die letzten Jahre nicht mehr. Aber im Kleinkinder-Alter leider fast immer. Die Große hatte viel mit Fieberkrämpfen und Krupp-Anfällen zu kämpfen. Weshalb wir einfach nicht immer ganz so entspannt und unbesorgt waren, wie es vielleicht andere Eltern sind.
Nach 10 Jahren haben wir aber nun einiges durch was (Reise-)Krankheiten angeht. Wir haben schon länger keinen Arzt mehr gebraucht, die Kinder sind älter und stabiler geworden und wir Eltern erfahrener und entspannter. Wir wissen inzwischen bei vielen Symptomen was man geben kann oder muss, dass es schnell besser wird und man deswegen keine Reise abbrechen oder gar stornieren muss.
Wir sind sogar so entspannt, dass wir uns an eine Flugreise ins Ausland gewagt haben! Ohja, an einen Roadtripp durch Nord-Norwegen.
Und obwohl wir mit dem ADAC Auslandskrankenschutz samt Medical App wirklich gut versichert sind und sogar einen Medikamentenservice inklusive haben, wollten wir gut ausgestattet losfahren. Denn nichts ist ärgerlicher als wenn das Kind plötzlich Fieber, Übelkeit oder Durchfall bekommt und man erstmal den nächsten Arzt finden muss, der dann gerade geöffnet hat UND im Idealfall auch noch die eigene Sprache spricht.

Wir haben vorab unsere Kinderärztin, aber auch in der Apotheke nachgefragt. Folgende Empfehlungen haben wir bekommen:
Passende Nähideen findest du im Blogbeitrag: Kreativ für den Urlaub - Nähen und Basteln für die Reise
Wichtig bei Fiebermittel: Immer zweierlei Wirkstoffe einpacken. Paracetamol UND Ibuprofen. Denn steigt das Fieber nach der Gabe des ersten Mittels weiter an, kann man bereits nach 3 Stunden das jeweils andere Fiebermittel geben. Ansonsten erst nach 6 Stunden (Das ist die Wirkzeit beider Fiebermittel).
Tipp von Apothekerin und Leserin Eva: Ibuprofen gibt es für Kinder ab 6 Jahren als Schmerztabletten, das spart Platz und ist auch besser für Kinder und Eltern bei der Verabreichung und Dosierung.
Kleine Anekdote aus dem Sylturlaub 2013: Wenn das Fieber über 3 bis 5 Tage hinweg sehr hoch ist, und dann plötzlich mit einem Hautausschlag am ganzen Körper endet, war es vermutlich das 3-Tage-Fieber.
Tipp von Apothekerin und Leserin Eva: Elektrolyt Lösung ist das ultimativ wichtigste, dass der Flüssigkeitshaushalt aufgefüllt wird. Leider vielerorts schwer zu bekommen aber es gibt auch viele Apotheken die es selber herstellen.
Tipps bei plötzlichen Pseudokrupp-Anfällen: Ruhe bewahren, das Kind aufrecht hinsetzen. Das Wasser in der Dusche aufdrehen und davorsetzen. Ob warmes oder kaltes Wasser ist dabei egal. Die offene Kühlschrank-Tür oder ein offenes Fenster können genauso funktionieren. Im Notfall Notarzt rufen.
Speziell in der Norwegen-Gruppe bei Facebook wurde mir zu Anti-Brumm ➚ oder Centaura ➚ geraten. Letzteres wurde sogar als "Wundermittel" bezeichnet und war scheinbar schonmal in ganz Tromsø ausverkauft. Erfahrungswerte dazu habe ich nicht, aber eine echte "Mückenplage" soll es wohl auch nur im Landesinneren am Süßwasser und den Sumpfgebieten geben, und nicht am offenen Meer, am Salzwasser. Wie überall auf der Welt gilt aber: Sommerzeit ist Mückenzeit. Hier unterscheidet sich Norwegen nicht von Deutschland.
Tipp von Apothekerin und Leserin Eva: Zu Lagerung und der Einnahme gerne auch die Beratung eines Apothekers in Anspruch nehmen. Wir sind ja Arzneimittel Experten und können Eltern viele Tipps zur Reiseapotheke geben die besser geeignet sind als solche aus Facebook Gruppen!

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist Gold wert. Aber was nützt die beste Ausstattung, wenn sie im entscheidenden Moment nicht wirkt?
Genau deshalb gehört zur guten Vorbereitung nicht nur das Was, sondern auch das Wie ... nämlich: Wie lagert man Medikamente eigentlich richtig?
Medikamente gehören an einen trockenen, kühlen und möglichst dunklen Ort. Klassischerweise denken viele dabei an das Badezimmer, aber genau das ist nicht der richtige Ort. Die hohe Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen oder Baden kann Tabletten, Pflaster & Co. auf Dauer schaden ... und wenn sie dann noch in Kinderhöhe gelagert werden, wirds auch noch gefährlich.
Meine Empfehlung: Ein abschließbarer Medizinschrank außerhalb von Bad und Küche. Ideal ist ein trockener Raum mit konstanter Temperatur wie zum Beispiel das Schlafzimmer oder ein hoher Schrank im Flur. Wir lagern unsere Medikamente in einem extra Schub Schlafzimmer.
Das Schnittmuster zur Medikamententasche "ZipKram" ist einfach perfekt dafür geeignet. Sie ist ideal für eine gut sortierte Hausapotheke, aber auch ein Traum für die Erste-Hilfe-Tasche für unterwegs. Denn auch unterwegs solltet ihr darauf achten, dass nichts überhitzt oder feucht wird. Gerade im Sommerurlaub im Auto kanns schnell 50 °C heiß werden. Das ist kein Ort für Fieberzäpfchen oder Hustensaft! Lese dazu auch gerne den Blogbeitrag: Eine Medikamententasche ZipKram für die Reiseapotheke nähen.

Nicht jedes Medikament verträgt Hitze oder Kälte. Die meisten Medikamente sollten bei 15 bis 25 °C gelagert werden. Also klassischer Zimmertemperatur. Einige wenige (z. B. bestimmte Antibiotika-Säfte nach dem Anmischen) gehören allerdings in den Kühlschrank und zwar bei 2 bis 8 °C.
Abgelaufene Medikamente bitte nicht mehr verwenden. Auch nicht "nur für den Notfall". Manche verlieren ihre Wirkung, andere können sogar schädlich werden. Besonders flüssige Präparate, Salben oder Tropfen verändern ihre Konsistenz oder riechen irgendwann komisch. Das ist dann ein klares Zeichen: Ab damit in den Sondermüll.
Vor jeder größeren Reise gehe ich die Haus- und Reiseapotheke durch. Dabei schaue ich alles durch, was wir im Haus haben. Von Fiebermitteln über Verbände bis zum Nasenspray. Was abgelaufen ist, kommt weg und wird direkt zeitnah ersetzt. So ist alles startklar, wenn es gebraucht wird.
Bitte nicht in den Hausmüll oder gar in die Toilette! Viele Apotheken nehmen Altmedikamente zurück und entsorgen sie fachgerecht. Alternativ können sie in manchen Gemeinden auch über den Wertstoffhof abgegeben werden. Im Zweifelsfall einfach bei der Stadt oder Gemeinde nachfragen.
Wie immer bei unseren Reisen (ob nach Dänemark, England oder Norwegen) lernen wir als Familie ständig dazu. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die dann den entscheidenden Unterschied machen.
Ganz neu ist seit der Reise nach Dänemark z.B. eine Elektrolyt Lösung (wie oben von Eva empfohlen). Das passende Gejammer ... ähm ... Reisetagebuch-Eintrag kannst du im hier im Blog nachlesen: Henne Strand - Hygge und Regeneration am Familienstrand in Dänemark
Tablettenblister beschriften: Gerade bei ähnlichen Medikamenten oder wenn Packungen nicht mehr vollständig sind, kann man mit einem feinen Marker den Namen oder die Wirkung direkt auf die Folie schreiben, das verhindert Verwechslungen.
Notfallnummern griffbereit haben: Die Telefonnummer vom ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117 in Deutschland), die Notfallnummer der Reiseversicherung oder die ADAC-Hotline ist bei uns immer im Handy gespeichert UND einmal ausgedruckt im Reisedokumente-Ordner abgeheftet.

Wenn du in Gruppen oder mit anderen Familien verreist, lohnt sich eine kleine Abstimmung im Vorfeld. Vielleicht hat jemand schon ein bestimmtes Medikament oder Insektenspray dabei? Dann muss es nicht doppelt mitgeschleppt werden. Oder ihr tauscht euch aus, welche Produkte wirklich gut wirken. Besonders bei Mückenmitteln, Sonnenallergie oder empfindlicher Haut.
Grundsätzlich verreist man mit kranken Kindern natürlich nicht. Man sucht auch einen Arzt auf, wenn man sich nicht sicher ist, welche Krankheit es sein könnte oder das Fieber sich nicht senken lässt. Ich bin mir sicher, ihr als Eltern kennt eure Kinder am besten und handelt verantwortungsbewusst! :)
Denn auch die beste Reiseapotheke ersetzt keinen Arzt. Wenn du dir unsicher bist, lieber einmal zu viel ärztlichen Rat einholen. Aber mit einer gut geplanten Reiseapotheke ist man für viele kleine und mittlere Notfälle bestens vorbereitet. Und genau das sorgt für ein entspannteres Bauchgefühl bei Groß und Klein.
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Ich bin hoffnungslos hoffnungsvoll, Siebdruckerin, Mediengestalterin, Mompreneur, Gründerin und kreativer Kopf von shesmile. Ich lebe mit meinen zwei Töchtern und meinem Mann in Siebeneichen, dem schönsten Dorf in Bayern (Oberpfalz).
Hier auf meinem shesmile Blog findest du seit 2007 kreative Bastelideen, knallbunte Nähbeispiele, leckere Rezepte und jede Menge Optimismus. Ich schreibe offen über meine Brustkrebserkrankung und ADHS im Erwachsenenalter. Außerdem berichte ich in meinem Reisetagebuch von meinen Erlebnissen.
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